„Mit euch Christ – für euch Bischof“
Bischofweihe von Josef Grünwidl am Samstag, 24.1.2026
Glockenläuten aus allen Kirchen der Erzdiözese Wien – das macht uns aufmerksam darauf, dass im Stephansdom Josef Grünwidl zum Bischof geweiht wird.
Wieder betonte er in einem Pressegespräch am Mittwoch, 21.1.2026, dass er „Seelsorger, Teamplayer und Brückenbauer“ sein möchte. „Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof.“ Diesen Satz von Augustinus hat er sich wohl ins Herz geschrieben.
 
Er gehe dem Tag der Weihe am Samstag in großer Dankbarkeit und mit Freude und Hoffnung entgegen, so Josef Grünwidl. Sein Bild über Kirche sei nicht von Problemen und Defiziten bestimmt, „sondern über die biblische Verheißung. Und die besagt: Wir sind Volk Gottes. Auch wenn sich die vertraute Gestalt der Kirchen gerade dramatisch ändert, wird es mit unserer Kirche gut weitergehen.“ Die Grundbotschaft der Kirchen laute: „Mensch, du bist geliebt, und aus dieser Zusage heraus kannst auch du Liebe weiterschenken und die Welt verändern.“ Diese Botschaft zu den Menschen zu bringen, sei der Auftrag der Kirche „und dazu möchte ich als neuer Erzbischof in Wien auch meinen Beitrag leisten“, erklärt Josef Grünwidl.
Die zentrale Frage der Kirche sei: „Wie können wir die Botschaft vom biblischen Gott heute glaubwürdig den Menschen vermitteln?“
 
Insignien
Josef Grünwidl wird den Bischofsstab von Weihbischof Helmut Krätzl nutzen, dessen Zeremoniär er war.
Der Hirtenstab ist das Symbol des Schutzes, des Stützens und des Sammelns. Josef Grünwidl verwendet einen schlichten hölzernen Stab mit silberner Krümme, ein Werk des Seckauer Goldschmieds Br. Bernward Schmid (1920-2010). Der Stab wurde auch von Kardinal Franz König und Weihbischof Florian Kuntner verwendet. Alle drei Bischöfe stehen für die Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Wiener Erzdiözese „und haben mich in meiner Jugend sehr geprägt“, wie Josef Grünwidl bekannte.

Konzilsring, Brustkreuz und Mitra
Bindung und Treue symbolisiert der Ring, den der Bischof bei seiner Weihe angesteckt bekommen wird.  Josef Grünwidl entschied sich für eine silberne Nachbildung des Konzilsrings, den Papst Paul VI. den Vätern des Zweiten Vatikanischen Konzils schenkte. Der schlichte und einfache Konzilsring, zeigt Christus sowie die Apostelfürsten Petrus und Paulus und steht für Gemeinschaft und ein synodales Amtsverständnis.

Einzig die Mitra musste neu angefertigt werden, weil das Umarbeiten sich schwieriger gestaltet als eine neue zu schaffen. Schlichte Wellenlinien die sieben Flammen formen als Zeichen für die sieben Gaben des Heiligen Geistes: Die werde ich sicher brauchen als Erzbischof von Wien“, so Josef Grünwidl.
Das Brustkreuz verweist auf die besondere Zugehörigkeit des Bischofs zu Christus. Josef Grünwidl wird eine Kopie des silbernen Kreuzes von Papst Franziskus tragen, das Christus als Guten Hirten zeigt.
 

„Nehmt Gottes Melodie in euch auf“ („Melodiam Dei recipite“)
Das hat sich der neue Erzbischof als Wahlspruch gewählt.
Im Wappen sind fünf Orgelpfeifen abgebildet – nicht nur als Zeichen seiner Verbundenheit mit der Kirchenmusik und Ausdruck seines Wahlspruchs , wie Josef Grünwidl sagt: „Eine Orgel mit ihren vielen unterschiedlichen Pfeifen, den großen und kleinen, den sichtbaren und unsichtbaren, symbolisiert für mich die Kirche in ihrer Vielfalt und Einheit.“ So wie die Orgel den Wind brauche, um zu erklingen, brauche die Kirche das Wehen des Geistes, so der künftige Wiener Erzbischof.
 
Stephansdom Samstag, 24. Jänner 2026
Mehr als 3.000 Menschen sind im Dom zugelassen – politische Vertreter*innen unseres Landes und viele Vertreter*innen der anderen christlichen Kirchen. Die Bischofsweihe erfolgt durch Kardinal Christoph Schönborn gemeinsam mit dem Salzburger Erzbischof und Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Franz Lackner, sowie Stanislav Pribyl, Bischof von Leitmeritz/Litomerice.
In ORF 2 können alle die Feier live mitfeiern, die Übertragung beginnt bereits um 13.20 Uhr.

Foto: Kathpress/Paul Wuthe