Desmond Tutu

Desmond Tutu

Desmond Tutu
„Das Gute ist stärker als das Böse, Liebe ist stärker als Hass, Licht ist stärker als Dunkelheit, das Leben ist stärker als der Tod. Der Sieg ist unser, durch ihn der er uns liebt.“
*7. Oktober 1931 – +26.12.2021
 
„Ich sehe den Himmel offen!“ Das waren die letzten Worte des Hl. Stephanus.
Erzbischof Desmond Tutu durfte am Stephanitag ebenfalls den geöffneten Himmel sehen und hineingehen zu Gott, der ihn liebt.
Ein Mann, der Zeit seines Lebens gegen die Rassentrennung und für den Frieden eingetreten ist, ist am 26. Dezember im Alter von 90 Jahren gestorben.
Vieles von ihm wird bleiben: Seine Herzlichkeit, über die berichtet wird, sein Lächeln, das ihn auszeichnete und das den Menschen das Gefühl der Gerechtigkeit und Zuneigung schenkte. Mit Freundschaft und Herzlichkeit prägte er die Begegnungen mit den Menschen.
Er war das „Gewissen Südafrikas“ – und in seinen Friedensbemühungen wohl auch das Gewissen für die ganze Welt.
Wir hoffen, dass sein Vermächtnis weiterleben wird, dass wir uns an seine Worte und mehr noch an seine Taten erinnern und seine Worte berücksichtigen: „Wenn du dich in Situationen der Ungerechtigkeit neutral verhältst, hast du dich auf die Seite des Unterdrückers gestellt.“
Foto: orf.at

Hoffnung für die Zukunft – gemeinsam unterwegs

Hoffnung für die Zukunft – gemeinsam unterwegs

Hoffnung für die Zukunft – gemeinsam unterwegs

Das 6. Interreligiöse Friedensgebet in Favoriten hat am 14.12.2021 bei ATIB, der Türkisch-Islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich stattgefunden.

Als religiöse Vertreter*innen haben teilgenommen:
Imam Ismail Bag? / Islamische Föderation Anadolu
Katholischer Pfarrer und Dechant Matthias Felber / Pfarre „Zum Göttlichen Wort“
Puria Mahally / Bahá’í Religionsgemeinschaft Österreich
Imam Ahmed Mehmedovic / Islamisches Zentrum der Bosniaken von Österreich “Ebu Hanife“ 
Kl. Sr. Waltraud Irene von Jesus Meusburger / Katholische Kirche St. Anton von Padua
Imam Ibrahim Olgun / ATIB-Türkisch-Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Ö.
Pfarrer Johannes Wittich / Evangelisch-Reformierte Pfarrgemeinde H.B. Wien-Süd
Pfarrer Michael Wolf / Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Christuskirche
Imam Abdurrahman Yapici, ATIB

Sängerinnen aus der Gemeinde der Bahá’í und eine Musikgruppe von ATIB haben dieses Friedenstreffen in Favoriten musikalisch wunderbar begleitet.

Fotos: ATIB

Niemals vergessen!

Niemals vergessen!

Niemals vergessen!
 
Bezirksvorsteher Marcus FRANZ und die Interreligiöse Dialoggruppe Favoriten luden zur
Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht und der Zerstörung der Vereinssynagoge am Humboldtplatz 1938 ein.
 
 Hier die Worte von Pfr. Johannes Wittich, evang. reformierte Pfarrgemeinde Wien Süd, Wielandplatz
 
Psalm 133:
1Ein Wallfahrtslied. Von David.
Sieh, wie gut und schön ist es,
wenn Brüder beieinander wohnen.
2Wie das köstliche Öl auf dem Haupt,
das herabrinnt in den Bart,
in den Bart Aarons,
der herabwallt auf den Saum seiner Gewänder.
3Wie der Tau des Hermon, der herabfällt
auf die Berge Zions.
Denn dort gewährt der Herr den Segen,
Leben bis in Ewigkeit.
 
Liebe zum Gedenken Versammelte!
 
„Sieh wie gut und schön ist es, wenn Brüder – ich ergänze: und Schwestern – beieinander wohnen.“
 
Ein Satz, wie gesagt, aus dem Buch der Psalmen, einer Sammlung von Gebetsliedern in den heiligen Schriften des Judentums. Im Christentum gilt dieses Buch der Psalmen als Vorbild, wie in unserem Gottesdienst gebetet und gesungen werden kann. Johannes Calvin, der Reformator der Kirche, aus der ich komme, war sogar der Meinung, dass im christlichen Ritus, in der christlichen Liturgie nur und ausschließlich nach dem Vorbild der Psalmen gebetet werden soll. Mit anderen Worten: ein christliches Gebet, so seine Meinung, ist nur dann richtig, wenn es sich am jüdischen Vorbild orientiert.
 
Warum ich das sage? Weil wir heute an einem Ort stehen, der uns an die schreckliche Ereignisse aus dem November 1938 erinnert, bei denen Christen, oder aus der christlichen Tradition kommende Menschen genau das Gegenteil davon gemacht haben, was ihnen ihr Glaube eigentlich gebietet: dem jüdischen Glauben Wertschätzung und Dankbarkeit entgegen zu bringen für das, was heute, aus dem Judentum kommend, auch Grundlage des christlichen Glaubens ist.
 
Im interreligiösen Dialog hier in Favoriten versuchen wir seit gut einem Jahrzehnt voneinander zu lernen, Vielfalt, besonders religiöse Vielfalt, als Bereicherung zu sehen. Das schließt auch aus, den eigenen Glauben, so wichtig er einem persönlich oder als Gemeinschaft sein mag, über den Glauben Anderer zu stellen.
 
An diesem Ort hier, und an vielen anderen Orten im damaligen „deutschen Reich“ haben auch Christinnen und Christen, die sich nicht direkt an den Gräueln beteiligt haben, Schuld auf sich geladen. In der Erklärung „Zeit zur Umkehr“ der evangelischen Kirchen in Österreich aus dem Jahr 1998 wird, in Einklang mit der katholischen Kirche bekannt: „Mit Scham stellen wir fest, dass sich unsere Kirchen für das Schicksal der Juden und ungezählter anderer Verfolgter unempfindlich zeigten. … (sie) haben gegen sichtbares Unrecht nicht protestiert, sie haben geschwiegen und weggeschaut, … Deshalb sind nicht nur einzelne Christinnen und Christen, sondern auch unsere Kirchen an der Schoah mitschuldig geworden.“ 
 
Wir sind uns im Interreligiösen Dialog in Favoriten bewusst, dass Religion Ursache für entsetzliches Leid sein kann. Christlicher Antisemitismus, oder islamistischer Terror sind Beispiele dafür. Wir sind uns dieser Last bewusst, wissen aber auch gleichzeitig um die starken und inspirierenden Bilder, die in unseren jeweiligen religiösen Traditionen den Weg zu einem guten Miteinander der Menschen zeigen wollen: Schalom, Salaam, Friede …
 
Bilder wie das aus dem 133. Psalm: gut und schön ist es, wenn Menschen, die sich als Brüder und Schwestern verstehen, beieinander wohnen. Dass Menschen so miteinander umgehen, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
 
In diesem Augenblick versuchen wir das ein wenig zu leben. Die Geschichte um das Gebäude der Vereinssynagoge, an dessen Zerstörung wir heute denken, ist auch so ein religionsverbindendes Statement. Entworfen wurde sie vom jüdischen Architekten Jakob Gartner, der auch einige andere Synagogen errichtet hat. Nicht nur das – auch das „Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim“ in der Knöllgasse stammt von ihm. Und dort hat heute Privatgymnasium „Phönix“ sein Zuhause – eine muslimische Gründung.
 
Ein friedliches Miteinander verschiedener Religionen, nicht nur eine Vision, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit. 

Fotos: Franz Radner

 

Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht und der Zerstörung der Vereinssynagoge am Humboldtplatz 1938

Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht und der Zerstörung der Vereinssynagoge am Humboldtplatz 1938

E I N L A D U N G

Bezirksvorsteher Marcus FRANZ und die Interreligiöse Dialoggruppe Favoriten laden ein zur
Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht und
der Zerstörung der Vereinssynagoge am Humboldtplatz 1938

Wien 10., Humboldtplatz 7
Montag, 8. November 2021, um 18.00 Uhr

Programmablauf:
Beginn der Gedenkfeier beim Denkmal für die Synagoge am Humboldtplatz

•             Musik Bahá´í Gemeinde Favoriten 

•             Begrüßung durch Bezirksvorsteher Marcus FRANZ

•             Oberkantor Shmuel Barzilai

•             Axel Schacht – Verein _erinnern.at_ Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart

•             Musik Bahá´í Gemeinde Favoriten 

•             Andreas Peham – Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes 

•             Pfarrer Johannes Wittich 

•             Imam Ibrahim Olgun

•             Musik Bahá´í Gemeinde Favoriten  

Friedensgebet 2020

Friedensgebet 2020

Vom Ney-Orchestra und den Liedern der Bahá’í wundervoll umrahmt hat am 15. Dezember 2020 in der Kirche St. Anton von Padua das 5. Friedensgebet der interreligiösen Dialoggruppe Favoriten stattgefunden. Zum Motto „Miteinander den Frieden leben“ wurden Texte aus den heiligen Büchern vorgelesen und interpretiert.

Lehrvikarin Livia Wonnerth-Stiller von der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Christuskirche, Pfarrer Johannes Wittich von der Evangelisch-Reformierten Pfarrgemeinde H.B. Wien-Süd, Frau Elma Murtic vom Islamischen Zentrum der Bosniaken von Österreich, “Ebu Hanife“, Imam Ibrahim Olgun von ATIB, Türkisch-Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich, Dechant Pfarrer Matthias Felber von der Pfarre Zum Göttlichen Wort, Sophie Schönfeldinger von der Bahá’í Religionsgemeinschaft Österreich, Imam Mahmut Yavuz von der  Moscheegemeinde Islamische Föderation Anadolu und Imam Ademsafi Bajrami von der  Moscheegemeinde Integrationsverein albanischer Muslime „El-Kalem“ haben eindrucksvoll die vielen Facetten des Wortes Friede zur Sprache gebracht.

Ein gemeinsam formulierter Friedenstext wurde von Artur Stepien, dem Pfarrer der Antonskirche vorgelesen.

Die Lichter, die auf dem Boden der Antonskirche entzündet wurden, haben sich zu einem Kreis zusammengefügt und mitten unter den Menschen von Favoriten geleuchtet.

Unterstützt wurde die Organisation der Veranstaltung von Stefan Almer, Stadt Wien, Integration und Diversität, Regionalstelle Wien Süd.

Alles Bilder: © Peter Puschner ©: https://1drv.ms/u/s!Al3mW_9U_e0C4VnnfVIpQCDZHgQh?e=kqB5z9 

Einladung zum Friedensgebet von Muslimen, Christen und Bahá‘ i in Favoriten

Einladung zum Friedensgebet von Muslimen, Christen und Bahá‘ i in Favoriten

Einladung zum Friedensgebet von Muslimen, Christen und Bahá‘ i in Favoriten
Zeit:       Dienstag, 15.12.2020, 18.30 Uhr
Ort:        Katholische Kirche St. Anton von Padua
Antonsplatz 21, 1100 Wien

Es ist eine gute und lange Tradition des friedlichen Zusammenlebens, dass sich im bevölkerungsreichsten Bezirk Wiens – in Favoriten – Christen, Muslime und seit diesem Jahr auch Bahá‘ i treffen, um gemeinsam ein Zeichen des Friedens zu setzten. Gerade in Zeiten der Verunsicherung durch Corona und Terror ist es notwendig, gemeinsam Haltung zu zeigen, um gerade auch im Advent ein Licht der Hoffnung zu entzünden.
Worte des Friedens aus den unterschiedlichen, heiligen Büchern und Traditionen werden im Wechsel mit meditativer Musik im Mittelpunkt dieses gemeinsamen Gebetes stehen. Abschluss bildet ein gemeinsam gesprochenes Friedensgebet.
Das Friedensgebet ist eine Initiative des Interreligiösen Dialoges Favoriten mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien für Integration und Diversität.

Einladende und mitwirkende Gemeinden sind:

–        Moscheegemeinde Islamisches Zentrum der Bosniaken von Österreich „Ebu Hanife“

–        Evangelische Pfarrgemeinde Christuskirche

–        Moscheegemeinde Islamische Föderation Anadolu

–        Evangelisch-Reformierte Pfarrgemeinde H.B. Wien-Süd

–        Moscheegemeinde Austria Bangladesch Cultural Center „Baitul Mamur Masjid“ Favoriten

–        Katholische Pfarren und Gemeinden

–        Kultusgemeinde ATIB-Türkisch-Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich

–        Syrisch-Orthodoxe Kirche Mor Ephrem

–        Moscheegemeinde VTC Verein Tabiien Center- Tschetschenischer Kulturverein

–        Bahá’i Religionsgemeinschaft Österreich

–        Moscheegemeinde Integrationsverein albanischer Muslime “El-Kalem”

 

Stellungnahme der Interreligiösen Dialoggruppe Favoriten  

Stellungnahme der Interreligiösen Dialoggruppe Favoriten  

Wien-Favoriten, 5. November 2020
 
Stellungnahme der Interreligiösen Dialoggruppe Favoriten
 
Als christliche und muslimische Gemeinden in Favoriten sind wir schockiert und entsetzt angesichts des schrecklichen terroristischen Anschlags am Montagabend in der Wiener Innenstadt. Besonders betroffen macht uns, dass der Täter offensichtlich versucht hat, seine Tat mit religiösen Motiven zu rechtfertigen.
Als Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und -traditionen halten wir fest: Religion kann und darf nie Rechtfertigung für Gewalt sein – darin stimmen unsere Glaubenslehren überein.
Ebenso wichtig ist es uns festzuhalten, dass uns die gemeinsame Überzeugung verbindet, dass Abwertung oder Verächtlichmachung einer anderen Glaubensüberzeugung mit den Grundsätzen unseres jeweiligen Glaubens nicht vereinbar ist. Daher gedenken wir in diesen Tagen auch gemeinsam der Novemberpogrome gegen Jüdinnen und Juden im Jahr 1938 und möchten damit ein deutliches Zeichen gegen jede Form des Antisemitismus setzen.
Wir wissen, dass unsere Glaubensüberzeugungen immer wieder auch missbräuchlich verwendet werden. Daher stellen wir uns gemeinsam als Bewohnerinnen und Bewohner eines multikulturellen und multireligiösen Bezirkes gegen jeden Versuch, Musliminnen und Muslime für den Terroranschlag in unserer Stadt für verantwortlich zu erklären. Ebenso verurteilen wir die Vorfälle in der Pfarrkirche St. Anton von Padua letzte Woche als unverantwortliche Störung des religiösen Friedens.
Diese Haltungen und Einstellungen widersprechen dem guten Miteinander, das wir als Religionsgemeinschaften in unserem Bezirk Favoriten pflegen. Gemeinsam verpflichten wir uns, diesen Weg weiterzugehen und uns aktiv zu bemühen, allen Formen von radikalem und ausgrenzendem Denken und Handeln, besonders in unseren eigenen Gemeinschaften, entgegen zu treten.
Wir verfassen diese öffentliche Stellungnahme, um den Bewohnerinnen und Bewohner unseres Bezirks mitzuteilen, wozu wir uns verpflichten und dass wir alle Menschen einladen, diesen Weg mit uns zu gehen. Deswegen werden wir diese Stellungnahme in unseren Medien und über unsere Medienkontakte veröffentlichen sowie in unseren Gebets- und Gottesdiensträumen verlesen lassen.
 
Namen der unterstützenden religiösen Gemeinschaften sowie Unterschrift der VertreterInnen:
 
Islamisches Zentrum der Bosniaken von Österreich “Ebu Hanife“
Hadis Bosnjak (Imam), Suad Ferhatbegovic (Obmann) und Eldin Bajric (Schriftführer)
 
Evangelisch- Reformierte Pfarrgemeinde H.B. Wien-Süd
Johannes Wittich (Pfarrer), Robert Colditz (Kurator), Franz Radner
 
Islamische Föderation Anadolu
Mervan Mullaoglu (Imam), Salih Akkale (Obmann) und Hidayet Kilic
 
Katholische Pfarren und Gemeinden:
Matthias Felber (Dechant und Pfarrer), Johannes Neubauer (Dechant Stellvertr. und Pfarrer), Artur Stepien (Pfarrer), Stephane Mwanza-Mpongo (Pfarrer), Cirilo Boloron (Pastoralassistent), Gerti Pieber und Monika Loiskandl
 
ATIB-Türkisch-Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich
Ibrahim Olgun (Imam)
 
Syrisch-Orthodoxe Kirche Mor Ephrem
Emanuel Aydin (Chorbischof)
 
VTC Verein Tabiien Center – Tschetschenischer Kulturverein
Muslim Misirbiev (Obmann)
 
Evangelische Pfarrgemeinde AB Wien-Christuskirche
Michael Wolf (Pfarrer) und Livia Wonnerth-Stiller (Lehrvikarin)
 
Bahá’í Religionsgemeinschaft Österreich
Dagmar Khamooshi und Puria Mahally
 
Austria Bangladesch Cultural Center “Baitul Mamur Masjid” Favoriten
Abu Zafar (Obmann)

Stellungnahme der Interreligiösen Dialoggruppe Favoriten

Stellungnahme der Interreligiösen Dialoggruppe Favoriten

Stellungnahme der Interreligiösen Dialoggruppe Favoriten zu den Demonstrationen in Favoriten in der 26. Kalenderwoche 2020 (Mittwoch 24.06. bis Samstag 27.06.2020)
 
Favoriten ist ein Ort von positiv gelebter sprachlicher, kultureller und religiöser Vielfalt. Verstörende Bilder von Hass, Gewalt und Extremismus in Favoriten haben uns schockiert. Wir bedauern zu tiefst, dass der Weg des friedlichen Miteinanders in Favoriten ausgeblendet wurde.
Dialog lässt den Reichtum der Verschiedenheit erkennen und die bisher gelebte Toleranz ermöglicht unser friedliches Zusammenleben in Favoriten. Und so muss es auch bleiben.
Die interreligiöse Dialoggruppe Favoriten lebt seit Jahren den Dialog vorbildlich und setzt unterschiedliche Projekte, in denen Respekt, Toleranz und Verständnis untereinander gelebt wird.
 
Die Interreligiöse Dialoggruppe Favoriten
 
–      Pfarre Zum Göttlichen Wort
–      Evangelische Pfarrgemeinde Christuskirche
–      Islamische Föderation Anadolu
–      Evangelisch- Reformierte Pfarrgemeinde H.B. Wien-Süd
–      Austria Bangladesch Cultural Center “Baitul Mamur Masjid” Favoriten
–      Türkisch-Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich
–      Pfarre Christus am Wienerberg
 
Wien, Favoriten, 29.06.2020

„Unsere Herzen miteinander zu verbinden“

„Unsere Herzen miteinander zu verbinden“

„Unsere Herzen miteinander zu verbinden“

„Wir sind hierhergekommen, um miteinander zu beten, uns zu verbinden, unsere Herzen miteinander zu verbinden und auch mit Gott zu verbinden“. Mit diesen Worten leitete Dechant Pfarrer P. Matthias Felber (SVD)
seinen Beitrag beim diesjährigen Friedensgebet ein, das unter dem Motto
„Miteinander Schöpfung bewahren“ stand.
Auch Salih Akkale, der Leiter der Anadolu-Moschee, brachte in seinen Grußworten seine Freude über dieses Friedensgebet zum Ausdruck.
 „Wir ehren Gott, indem wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen,
indem wir gemeinsam beten, handeln und glauben,
in dieser Welt und in dieser Zeit als Glaubende handeln, einander als Menschen und als Geschwister begegnen und das Gute vom Herrn für die ganze Schöpfung erbitten. Dieses Friedensgebet ist eine starke Bestätigung für die einende und nicht trennende Kraft des Glaubens.“
Sieben Vertreter christlicher und muslimischer Religionsgemeinschaften in Favoriten haben Texte aus der Bibel gelesen und aus dem Koran rezitiert und kommentiert.
Senior Pfarrer Dr. Michael Wolf von der Christuskirche am Matzleinsdorfer Platz hat aus dem Psalm 104 vorgelesen und auf die Schönheit der Schöpfung hingewiesen.
Zu einem Text aus der Genesis hinführend sagte P. Matthias Felber „dass
von allem Ursprung an alles in der Schöpfung zusammengehört, Pflanzen, Tiere und Menschen, alles in einer Einheit, in einer Harmonie.
Der Mensch hat in dieser Einheit einen privilegierten Platz, es ist der Garten Eden, das Paradies. Seine Aufgabe ist es, diesen Garten zu bearbeiten und zu behüten. Der Mensch hat die Begabung, den Auftrag Gottes zu respektieren und er tut das, indem er die Ordnung im Garten achtet. Es ist seine Aufgabe, die ganze Schöpfung zu bewahren, sodass sie allen dient.
Die Realität zeigt uns aber, dass das eine Utopie ist.
Diese Utopie, dieser Traum Gottes wird uns heute hier in Erinnerung gerufen, damit wir ihn nicht vergessen, denn es ist unsere Pflicht, Gott zu respektieren.“
„Oh ihr Menschen, liebt euren Herrn, der euch erschuf…“ übersetzte Imam Hadis Bosnjak vom Islamischen Zentrum der Bosniaken von Österreich, Ebu Hanife, einen Vers aus dem Koran.
Und weiter: „Die Menschen waren eine einzige Gemeinde, dann aber wurden sie uneins…“
Und Kurator Robert Colditz von der Evangelisch-Reformierten Pfarrgemeinde H.B. Wien-Süd, Wielandplatz, bat in einem Gebet „um Erkenntnis und Kraft, in allen Lebensbereichen in Frieden mit deiner Schöpfung zu leben.“ Und weiter:
„Deine Weisheit, die du in Meer, Feld und Wald gelegt hast, wollen wir wieder entdecken und respektieren…“
Die Vertreter des Austria Bangladesh Cultural Center „Baitul Mamur Masjiid“
zeigten sich „sehr dankbar und sehr froh“ über diesen Abend, dankbar auch gegenüber der Stadt Wien (MA17), die dieses Zusammenkommen der Religionen unterstützt.
Die verbindenden Worte von Ismael Bag BEd. und die begleitenden Klänge der Ney-Flöte, gespielt von Gernot Stampfel, haben dieses Friedensgebet abgerundet.
Von den Frauen der Moschee wurden uns Rosen mit auf den Weg gegeben.
 
Beim anschließenden Empfang und den herzlichen Begegnungen zwischen den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern war visionär viel davon zu spüren, wie es sein würde, wenn die Menschen eine Gemeinschaft wären, miteinander die Schöpfung bewahrend und behütend.