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Mit der Laudes, dem Morgengebet der Kirche, begann der dritte und letzte Tag der Diözesanversammlung im Stephansdom. Dieses gemeinsame Beten, im Singen und Hören, versucht in der Versammlung, der Konferenz, das spürbar zu machen, warum 1700 Delegierte aus den Pfarren der Erzdiözese Wien sich drei Tage versammeln, die zum Teil Urlaub nehmen müssen. Gerufen in den Dienst Gottes – das ist es, was diese Versammlung eben unterscheidet, auf eine Art verbunden, die mehr sein lässt als eine Gemeinschaft, die an einem gemeinsamen Ziel arbeitet, nämlich eine, die aus der Liebe heraus handelt. Am letzten Tag waren noch das Statement von Kardinal Christoph Schönborn und das offene Mikrofon zu Fragen der Diözesanversammlung Programm des Tages.

Kardinal Schönborn legte in seiner Erklärung drei ihm ganz wichtige Punkte vor:
·     Erst einmal betonte er die Wichtigkeit von kleinen lebendigen Gemeinden, die aber in der heutigen Zeit nur dann kraftvolle Orte bleiben können, wenn ihnen auch etwas abgenommen wird, wenn nicht mehr alles von ihnen erwartet wird.
·     Zum anderen die Überzeugung, dass Gott, der uns oft fremd erscheint, der Vater von allen Menschen ist. – Wenn wir aus der Liebe Gottes leben und handeln, wenn wir ausstrahlen, was uns geschenkt ist, dann werden Gemeinden, dann kann Kirche wachsen. Dazu braucht es auch unsere Aufmerksamkeit, die wir für die Wunden er Gesellschaft haben müssen.
·     Als letzten Punkt sprach Kardinal Schönborn wieder einmal an, dass wir alle berufen sind, Gottes Wort zu verkünden, berufen, gesendet und beauftragt durch das gemeinsame Priestertum, das wir in die Taufe zugesagt bekommen haben.
 
Mit der heiligen Messe und der Sendung der Delegierten in ihre Pfarren zurück, in den Garten, den Weinberg Gottes, endete die 5. Diözesanversammlung.
 
Es bleibt ein großes Dankeschön zu sagen an die Organisatoren und Organisatorinnen
dieser Großveranstaltung für die Mühe, das Engagement und die wirklich freundliche,
aufmerksame Begleitung durch diese Tage.

Was auch bleibt, sind in mir die Fragen:
·     Was kann das bringen?
·     Wo ist der Aufbruch?
·      War das nicht schon so bei der ersten Diözesanversammlung?
·     Kreisen wir als Kirche zu sehr um uns selbst?
·     Ist es nicht zu einfach, nur mit anderen kirchennahen Personen über den Glauben zu sprechen?
·     Geht es um Strukturveränderung oder doch um mehr?
·     Brauche ich die Zugänge zu Gott, wie die evangelikalen Kirchen sie gehen?
·     Ist es das Geld wert?     
 
Was aber auch bleibt:
·     Die Erfahrung, immer noch verbunden zu sein mit einer großen Menge an engagierten Menschen, die sich nicht kleinkriegen lassen von alltäglichem Kleinkampf.
·     Viele Begegnungen mit Menschen, die in ihrem Dasein Gottesbegegnung ermöglichen.
·     Dankbarkeit für die Möglichkeit, meinen Glauben offen und frei leben zu dürfen.
·     Sehen und Spüren, dass ich nicht alleine bin mit meinem so Kirche-Sein und Kirche-Denken.
·     Diskussionen mit bekannten und fremden Menschen, Auseinandersetzung mit vielen verschiedenen Wegen zu Gott.
·     Berufen zu sein durch den Auftrag Gottes, sein Wort zu verkünden, unabhängig von kirchlicher Beauftragung.
 
Was auf jeden Fall auch da ist, ist die Hoffnung mit vielen Menschen darüber zu reden, aus diesen Erfahrungen wieder neu gemeinsam Wege zu suchen, miteinander Kirche zu leben, zu sein.