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Nehmt Gottes Melodie in euch auf!
Geburtstag und Priesterjubiläum 8. September 2019
 
Es war ein wunderschönes Fest am 8. September in der Pfarrkirche. Viele Menschen, die man schon lange nicht gesehen hatte, kamen, um miteinander Geburtstag und Priesterjubiläum zu feiern.
 
Lieber Ladislaus!
Es sind Zahlen, die da im Raum schwirren, die auf viele Ereignisse schließen lassen. Du teilst ja dein Geburtsjahr mit recht bekannten Persönlichkeiten – Erika Pluhar, Terence Hill, Dagmar Koller und Tina Turner – um nur eine kleine Auswahl zu nennen.
Magische Zahlen laden uns ein, zurückzuschauen, nachzusinnen über Vergangenes, Fragen nach dem Warum und Wie handeln tauchen auf. So ist auch heute dieses Fest mehr ein Innehalten und Nachlesen.
Mir sind ein paar Ereignisse in den Sinn gekommen, die dein Leben geprägt haben können, die du manchmal erzählt hast – und mehr noch, die unser gemeinsames Leben hier in Favoriten zeigen.
Kurz vor Ausbruch des Krieges wurdest du geboren und Flucht und Angst waren die ersten Eindrücke, die dich tief im Inneren geprägt haben. Du hast einmal erzählt, dass erste Erinnerungen, die in dir wach werden, die Sirenen des Fliegeralarmes waren.
Später, als du bereits ein Schulkind warst und Ministrant, wurde schon dein Streben nach dem Größeren, dein eifrig Sein sichtbar: Es gab einen Wettbewerb: Für den, der als erster in der Sakristei war, wurde von deinem Kaplan ein Rosenkranz als Preis ausgesetzt. Um diesen zu bekommen, hast du fertig zum Weggehen, in Kleidung, geschlafen und bist den Weg zur Kirche gerannt. Und fast, nur fast hätte dich ein Mitstreiter um den Rosenkranz gebracht – wenn sich nicht der Mesner für dich eingesetzt hätte. – Ich vermute ja, dass deine Vorliebe den Kindern Quizfragen zu stellen, in diesem Wettbewerb ihre Wurzeln hat.
Schon mit 10 Jahren bist du weggekommen, nach Lochau in Vorarlberg, um dort das Gymnasium zu besuchen. Du behauptest ja immer wieder, dass du Ordnung und Rahmen dort gelernt hast – zu allem Schulwissen und dem Interesse an Büchern, das dort schon befriedigt wurde. Mir zeigen deine Freundschaften, die du aus dieser Zeit immer noch pflegst, auch eine große Treue zu Menschen.
Studiert hast du in Passau, Rom und Wien –Universitäten, die dir sehr unterschiedliche Zugänge eröffnet haben. Das hat deinen Blick geschärft und deine Seele gefordert – von Gott gehalten zu sein und an ihm festzuhalten.

 
In 55 Jahren als Priester hast du unzählige Taufen gefeiert, Erstkommunionkinder und Firmlinge begleitet, Ehen bezeugt und Beerdigungen begleitet und gefeiert. Die Anzahl an Predigten, die du gehalten hast, wüsste ich gerne.  Viele von Menschen haben durch dich Gottes Liebe und Nähe erfahren können. Gestern sagte Sr. Sylwia, das wäre etwas, wenn diese Menschen heute alle kommen würden. Und schon wäre das schön – aber auch das ist eines deiner Talente: Menschen auch gehen zu lassen, wenn ihnen Kirche plötzlich zu eng wird.
 
Seit vier Jahren bist du in Pension – und es ist für uns alle ein Glück, dass du noch hier bist, als Pfarrer emeritus, dass wir miteinander leben, feiern, lachen, weinen können. Es ist ein Geschenk, und dafür, dass es so klappt – dafür auch dir, P. Matthias ein großes Dankeschön, dafür dass du offen bist für das miteinander Leben, dass du die Möglichkeit gibst das Früher und das Heute zu verbinden.
 
Und wie es so üblich ist, bei Jubiläen und Festen dürfen wir dir auch etwas schenken – symbolische Zeichen der Dankbarkeit und auch der Hoffnung auf weitere gemeinsame Zeiten. Aber was können wir dir schenken, die wir doch die Beschenkten sind? So ist ein kleines Carepaket entstanden, das es dir hoffentlich leicht macht, bei uns zu sein.
 
Die Zeit – ein Jahresabo, weil wir dir Zeit nicht wirklich schenken können, weil wir uns aber über die gemeinsame Zeit freuen – und auch, weil du sie liest und das Wichtige, das Neue mit uns teilst – so sparen wir ein bisschen davon.
 
Eine kleine Leidenschaft von die ist das Kino – du weißt über neue Filme Bescheid, selbst, wenn es dir an Zeit fehlte, sie zu sehen. Wir schenken dir Kinogutscheine – weil Filme sehen noch besser ist, als nur über sie zu lesen.
 
Ein Leben ohne Bücher mag zwar möglich sein, ist aber sinnlos – auf jeden Fall für dich: Darum gibt es auch zwei Bücher, die das Zeichen für den Gutschein sind.
 
Damit du auch zu Grippezeiten uns nicht meiden musst – Vitamine, Supra immun und für den Nachschub dazu einen Gutschein der Madonnenapotheke.
 
Zuletzt dürfen Blumen nicht fehlen – das Zeichen der Freundschaft, der Freude, der Zuneigung: da haben wir uns entschieden einen Blumenstock zu nehmen. Wenn du ihn anschaust erinnerst du dich hoffentlich liebevoll an uns – und wenn du ihn gießt, dann mag dich das auch an das miteinander Sorge tragen für die Kirche erinnern, an Aufgaben und Pflichten. Aber – es sind Blumen, die nicht häufig gegossen werden müssen – so kann die Freude überwiegen.
 
Es ist schön, dass du da bist, es ist schön, dass du mit uns feierst –
möge Gott dich begleiten und segnen!